Die Pressekonferenz begann mit gestern mit einer kleinen Verspätung, erst kurz nach 11 Uhr. Die Technik der Videowand wollte noch nicht, wie geplant. Es war ein Detail, denn in den Hallen der Messe Dortmund waren längst die ersten Besucher unterwegs. Moderator Johannes Hübner verwies zu Recht darauf, wie viele Menschen schon in der ersten halben Stunde die Techno Classica Salon besuchten. Die Botschaft war klar: Das Interesse an alten Autos ist da. Und nach einem ersten Rundgang durch die Messe ist klar, dass es für dieses Interesse in Dortmund einiges zu entdecken gibt.
Bis Sonntag, den 27. September 2026 findet der Techno Classica Salon erstmals in der Messe Dortmund statt. Nach 35 Auflagen der Techno Classica in Essen ist das ein großer Schritt. Veranstalterin Janine Franssen setzt auf einen neuen Ort, einen Termin im Herbst und Aussteller aus ganz Europa. Die Messe belegt nach eigenen Angaben 50.000 Quadratmeter in den Hallen 3 bis 8 des Messegeländes an der Dortmunder Westfalenhalle.

Warum Dortmund? Essen sei die Herkunft der Veranstaltung, erklärte Franssen. Für den neuen Standort wollte sie im Ruhrgebiet bleiben, auch wegen der Nähe zu den Niederlanden. Ferry M. M. Franz, Geschäftsführer des ADAC Westfalen, erinnerte an das Potenzial der Region: Fünf Millionen Menschen leben im Ruhrgebiet, rund zehn Millionen in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Ob sie den Weg in die Messehallen finden, werden die kommenden Tage zeigen. Am Eröffnungsmorgen fehlte es jedenfalls nicht an Neugier.
Ein Termin für die Schraubersaison
Auch der Septembertermin ist eine bewusste Entscheidung. Die Veranstalter wollen Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen vermeiden. Zudem passt der Herbst gut zum Geschäft der Restauratoren: Wer jetzt einen Old- oder Youngtimer kauft, kann den Winter nutzen, um es an den eigenen Geschmack anzupassen. Im Frühjahr steht der Klassiker dann wieder fahrbereit in der Garage. Franssen berichtete von Zuspruch aus der Restaurierungsszene und bezeichnete den Termin als besser, als sie zunächst erwartet hatte.

Hübner betonte bei der Eröffnung die Vielfalt der Fahrzeuge. „Jeder, der hier ist, hat ein Herz für das alte Auto“, sagte der erfahrene Moderator. Das ist vielleicht der beste Maßstab für diese Messe. Denn die Freude beginnt nicht erst bei den kostspieligen Supersportwagen. Mir blieb besonders ein unrestaurierter BMW 319 aus den 1930er-Jahren im Gedächtnis. Ein Auto, das seine Geschichte noch sichtbar mit sich trägt. Auch ein Lancia 2000 Coupé gehörte für mich zu den Entdeckungen des Tages. Es sind solche Begegnungen, für die sich ein Gang durch die Hallen lohnt.
Karmann, Opel und Autos in Bewegung
Mehrere Sonderausstellungen geben dem Rundgang einen roten Faden. Der DEUVET würdigt 175 Jahre Karmann und zeigt dabei auch Fahrzeuge, bei denen man die Beteiligung des Osnabrücker Karosseriebauers nicht unbedingt vermutet hätte. So entstand bei Karmann in Osnabrück beispielsweise einst der Kombi des Weltkugel-Taunus. Der Verband feiert zugleich sein 50-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit der Alt-Opel-IG zeigt Opel in Halle 6 sportliche Modelle aus 125 Jahren Markengeschichte.

Weitere Themen sind Maserati, 70 Jahre Citroën ID, außergewöhnliche Mercedes-Benz Kombis und seltene Nutzfahrzeuge. Händler und Clubs ergänzen das Programm. Ein belgischer Anbieter bringt allein 15 Ferrari mit nach Dortmund und baut dabei einen Showroom der 1980er für vier Tage in Dortmund wieder auf. Die Clubs bleiben für Franssen ein wichtiger Teil der Messe: Sie präsentieren ihre Autos und nutzen die Tage, um sich zu treffen.
Das Publikum wählt einen künftigen Klassiker
Neu ist der „Car Walk“. Auf einer Bühne werden Fahrzeuge fahrend vorgestellt. Wer alte Autos lieber in Bewegung sieht, als nur aufgereiht unter Hallenlicht, dürfte dort länger stehen bleiben. Mit dem Future Classics Award richtet die Messe den Blick auf jüngere Fahrzeuge. Das Publikum kann per QR-Code abstimmen, welches der teilnehmenden Autos einmal als Klassiker gelten könnte. Die Auswahl reicht vom Fiat Punto HGT über den VW Phaeton W12 bis zu deutlich jüngeren Sportwagen.

Die Preisverleihung ist für Samstag um 17 Uhr in Halle 7 angekündigt. Daneben gibt es wieder den Concours d’Élégance, diesmal ergänzt um eine Junior-Jury. Zur Eröffnung meldete sich auch Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer per Videobotschaft. Krischer sah in Dortmund gute Voraussetzungen, um die Geschichte der Messe fortzusetzen, und verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Klassikerszene.
Ob der Techno Classica Salon an die Größe früherer Jahre anknüpfen kann, lässt sich nach dem ersten Messetag noch nicht beurteilen. Franssen möchte künftig wieder mehr Aussteller gewinnen. Für den Anfang bietet Dortmund aber genau das, was eine Oldtimermesse braucht: bekannte Namen, überraschende Autos und reichlich Gelegenheiten, vor einem Fahrzeug stehen zu bleiben, das man eigentlich gar nicht gesucht hatte.
Alles in Dortmund? Vielleicht nicht ganz. Aber es gibt auf dem Techno Classica Salon genug zu entdecken. Also: Hinfahren, durch die Hallen streifen und selbst nachsehen, was dort noch so alles steht.
Was kostet der Besuch des Techno Classica Salon 2026 in Dortmund?
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 25 € |
| Ermäßigt | 18 € |
| Kinder und Jugendliche von 12 bis 14 Jahren | 14 € |
| Familienticket für Eltern mit bis zu drei Kindern | 65 € |
| Kinder unter 11 Jahren – in Begleitung eines Erwachsenen | freier Eintritt |
Zum ermäßigten Preis zählen unter anderem Jugendliche von 15 bis 17 Jahren, Schüler, Studierende und Auszubildende.
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